
Ein Bodenrichtwert hilft bei der Orientierung, ist aber keine fertige Bewertung Ihres Grundstücks. Prüfen Sie Bezugsfläche, Stichtag und Eigenschaften getrennt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Bodenrichtwertzone und Bewertungsstichtag richtig zuordnen.
- Grundstückseigenschaften können von der Referenz abweichen.
- Ein einfacher Flächenbetrag ist kein bestätigter Marktwert.
Die passende Angabe im Portal finden
Nutzen Sie das offizielle BORIS-D-Portal oder das entsprechende Landesportal als Ausgangspunkt. Suchen Sie nach dem konkreten Standort und prüfen Sie die ausgewählte Zone. Notieren Sie Stichtag, Einheit und die beschriebenen Merkmale des Bodenrichtwertgrundstücks.
Speichern Sie die Fundstelle mit Datum und einer kurzen Notiz, welche Fläche Sie zugeordnet haben. Ein benachbarter Wert kann zu einer anderen Zone gehören. Übernehmen Sie deshalb keine Zahl allein, weil sie auf der Karte in der Nähe Ihrer Adresse erscheint.
Referenz und eigenes Grundstück trennen
Ein Bodenrichtwert beschreibt einen durchschnittlichen Lagewert mit bestimmten Bezugsmerkmalen. Ihr Grundstück kann sich etwa in Nutzung, Größe oder Erschließungszustand davon unterscheiden. Die offiziellen Erläuterungen zu Bodenrichtwerten helfen, die Merkmale der jeweiligen Angabe zu lesen.
Erstellen Sie zwei Spalten: Angaben zum Richtwertgrundstück und bekannte Angaben zum eigenen Grundstück. Markieren Sie Abweichungen und Unbekanntes. Fragen zur zulässigen Nutzung, zu Rechten oder Belastungen sollten nicht durch eine eigene Vermutung ersetzt werden.
Eine Überschlagsrechnung richtig kennzeichnen
Frei gewähltes Modell: 600 Quadratmeter mal 250 Euro pro Quadratmeter ergeben 150.000 Euro. Diese Multiplikation zeigt nur einen rechnerischen Ausgangspunkt. Sie beweist weder einen erzielbaren Kaufpreis noch einen amtlich bestätigten Verkehrswert.
Notieren Sie direkt neben dem Betrag, welcher Stichtag und welche Bezugsmerkmale verwendet wurden. Rechnen Sie nicht automatisch einen Gebäudewert dazu, den Sie aus einer anderen Quelle geschätzt haben. Unterschiedliche Bewertungsbestandteile müssen für eine belastbare Bewertung methodisch zusammenpassen.
Die nächste Prüfung vorbereiten
Sammeln Sie Lageplan, Flächendaten und bekannte Unterlagen zum Grundstück. Halten Sie fest, wofür Sie den Wert benötigen: Verkaufsorientierung, familiäre Aufteilung oder einen anderen Anlass. Davon hängt ab, welche Genauigkeit und welche Art von Bewertung passend sind.
Geben Sie die Unterlagen und Ihre Vergleichstabelle an eine geeignete fachliche Stelle weiter. Lassen Sie erläutern, wie Abweichungen zum Richtwert berücksichtigt werden. So wird aus einer einzelnen Zahl eine nachvollziehbare Frage zur Bewertung, ohne den Bodenrichtwert als fertigen Kaufpreis zu missverstehen.
Häufige Fragen
Ist der Bodenrichtwert der Verkaufspreis?
Nein. Er dient als Orientierungsgröße mit definierten Bezugsmerkmalen und ersetzt keine Bewertung des konkreten Grundstücks.
Sind Gebäude im Bodenrichtwert enthalten?
Der Bodenrichtwert betrifft den Boden. Eine bebautes Grundstück betreffende Gesamtbewertung benötigt weitere Betrachtungen.
Quellen und weiterführende Informationen
Checklisten und ausdrücklich gekennzeichnete Modellrechnungen sind eigene redaktionelle Aufbereitungen.




