
Was eine Berufsunfähigkeitsversicherung pro Monat kostet, lässt sich nur mit einem Angebot für Ihre Person und den gewünschten Schutz beantworten. Alter, Tätigkeit, Gesundheit, BU-Rente und Laufzeit beeinflussen den Beitrag. Vergleichen Sie Angebote deshalb mit denselben Vorgaben und notieren Sie sowohl den aktuellen Zahlbeitrag als auch den Tarifbeitrag. Unsere Vorlage hilft, Preis und Leistungen nebeneinander zu prüfen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Nur gleiche Rentenhöhen und Laufzeiten ergeben einen sinnvollen Preisvergleich.
- Beruf, Gesundheitsangaben und Vertragsbedingungen beeinflussen das Ergebnis.
- Eine geringe Rate ist wenig wert, wenn die Leistung Ihren Bedarf nicht deckt.
Wovon hängt der Beitrag ab?
Der Beitrag wird für eine konkrete Person und einen bestimmten Vertrag kalkuliert. Alter, berufliche Tätigkeit, gewünschte Rente, Versicherungsdauer und gesundheitliche Angaben können den Preis beeinflussen. Eine Berufsbezeichnung allein reicht dabei oft nicht: Ein Handwerksmeister, der überwiegend organisiert, arbeitet anders als jemand, der täglich schwere Lasten trägt.
Beschreiben Sie deshalb Ihren tatsächlichen Arbeitsalltag. Notieren Sie ungefähr, wie viel Zeit Sie am Schreibtisch, unterwegs, körperlich oder in leitender Funktion verbringen. Ein billiges Internetbeispiel mit anderem Beruf oder niedrigerer Rente ist kein belastbarer Maßstab für Ihr Angebot.
Welche Angaben müssen beim Vergleich gleich sein?
Legen Sie eine gemeinsame Vergleichsbasis fest: monatliche BU-Rente, Endalter, Beginn des Schutzes und gewünschte Erhöhungsmöglichkeiten. Halten Sie außerdem fest, ob eine zusätzliche Leistung bei längerer Arbeitsunfähigkeit enthalten ist. Solche Bausteine können sinnvoll sein, machen einen einfachen Preisvergleich aber ungenau.
Eigene Prüfliste: Stellen Sie neben jedem Beitrag die Rente, das Leistungsende, Ausschlüsse, Zuschläge und die wichtigsten Erhöhungsrechte. Ein Angebot über 1.000 Euro Rente bis 60 ist kein günstiger Ersatz für 2.000 Euro bis 67. Es versichert ein anderes Risiko und lässt eine andere Versorgungslücke.
Zahlbeitrag und Tarifbeitrag unterscheiden
In Angeboten können zwei Beiträge stehen. Der aktuell zu zahlende Beitrag berücksichtigt häufig eine Überschussverrechnung; der höhere Tarif- oder Bruttobeitrag wird vor dieser Verrechnung ausgewiesen. Fragen Sie nach, auf welchen Betrag sich die Werbung bezieht und unter welchen Voraussetzungen sich die tatsächliche Belastung ändern kann.
Planen Sie nicht ausschließlich mit dem niedrigsten dargestellten Wert. Lassen Sie sich auch die Bedeutung des höheren Beitrags und etwaiger gesetzlicher Anpassungsrechte erklären. Eine lange Preisgarantie darf nur angenommen werden, wenn sie tatsächlich zum Vertragsumfang gehört.
Ein eigener Rechenvergleich
Angenommen, zwei vergleichbare Angebote kosten aktuell 62 beziehungsweise 79 Euro monatlich. Die Differenz beträgt 17 Euro im Monat oder 204 Euro im Jahr. Über zehn Jahre wären das bei unveränderten Beiträgen 2.040 Euro. Das ist eine Rechenannahme, keine Beitragsprognose.
Nun prüfen Sie, wodurch die Differenz entsteht. Enthält das teurere Angebot eine für Sie wichtige Regelung, kann der Aufpreis begründet sein. Sind Leistungen und Annahmebedingungen tatsächlich gleich, wird der Preisunterschied aussagekräftiger. Vergleichen Sie erst Bedingungen, dann Kosten; die umgekehrte Reihenfolge verführt zu einem Schutz, der nur auf dem Papier günstig ist.
BU-Angebote vergleichen: Ihre Vorlage für zwei Tarife
Übertragen Sie die Angaben aus zwei vollständigen Angeboten in diese Liste. Lassen Sie fehlende Angaben ausdrücklich offen und fragen Sie nach. Ein günstigerer Beitrag ist erst dann vergleichbar, wenn dieselbe Absicherung und die konkreten Annahmebedingungen gegenüberstehen.
- Monatliche BU-Rente: Angebot A ___ Euro / Angebot B ___ Euro.
- Versicherungs- und Leistungsdauer: A ___ / B ___; prüfen Sie beide Angaben getrennt.
- Aktueller Zahlbeitrag pro Monat: A ___ Euro / B ___ Euro.
- Tarifbeitrag pro Monat: A ___ Euro / B ___ Euro; lassen Sie mögliche Beitragsänderungen erklären.
- Individuelle Zuschläge oder Ausschlüsse: A ___ / B ___.
- Dynamik, Nachversicherung und Zusatzleistungen: A ___ / B ___; lesen Sie Rechte und Grenzen in den Bedingungen.
- Angebotsstand und Zahlweise: A ___ / B ___.
Monatsbeitrag in Jahreskosten umrechnen
Eigene Rechenregel bei zwölf gleichen Monatszahlungen: Monatsbeitrag × 12 = Jahresbeitrag. Bei den frei gewählten Beispielwerten 62 und 79 Euro sind das 744 und 948 Euro jährlich. Der Unterschied beträgt 204 Euro pro Jahr. Diese Zahlen sind keine Marktpreise und keine Aussage darüber, was Ihr Vertrag kosten wird. Bei einer abweichenden Zahlweise verwenden Sie den tatsächlich angebotenen Jahresgesamtbeitrag.
Bereiten Sie zuerst den Bedarf für die BU-Rente vor. Unser Ratgeber zu Gesundheitsfragen hilft bei den Antragsunterlagen; Dynamik und Nachversicherung behandelt spätere Erhöhungsmöglichkeiten.
Wo lässt sich sinnvoll ansetzen?
Prüfen Sie zunächst überflüssige Zusatzbausteine und eine sachlich richtige Berufseinstufung. Eine selbstständige BU und ein Vertrag mit zusätzlichem Sparanteil erfüllen unterschiedliche Aufgaben; vergleichen Sie diese nicht nur anhand einer gemeinsamen Monatsrate. Auch eine jährliche Zahlweise kann anders bepreist sein, muss aber in Ihr Budget passen.
Eine deutlich kürzere Laufzeit oder eine zu niedrige Rente spart ebenfalls Beitrag, verkleinert aber den Schutz. Bevor Sie daran kürzen, rechnen Sie aus, wie die entstehende Lücke später gedeckt werden soll. Entscheidend ist eine Rate, die Sie langfristig tragen können, zusammen mit einer Leistung, die im Ernstfall tatsächlich hilft.
So bereiten Sie eine Anfrage vor
Halten Sie Berufsbeschreibung, gewünschte Rente, Laufzeit und bestehende Absicherung bereit. Gesundheitliche Details gehören in die dafür vorgesehenen geschützten Antrags- oder Beratungsprozesse, nicht in ein beliebiges Freitextfeld. Ein zunächst genannter Preis kann sich nach Prüfung der Angaben verändern.
Bitten Sie um ein Angebot mit allen Kosten, vollständigen Bedingungen und klar benannten Einschränkungen. Eine allgemeine Vergleichsanfrage ist noch kein Versicherungsabschluss. Bewahren Sie die Unterlagen auf, damit Sie beim nächsten Angebot wirklich dieselbe Ausgangslage prüfen.
Gesetzliche Absicherung und Steuern: Was neben dem Beitrag zählt
Wie hoch die BU-Rente sein sollte und was der Beitrag Sie unter dem Strich kostet, hängt auch davon ab, was die gesetzliche Rentenversicherung leistet und wie Beitrag und Rente steuerlich behandelt werden. Diese Regeln stehen im Gesetz und gelten für alle Angebote gleich.
Erwerbsminderungsrente statt Berufsschutz
Eine gesetzliche Rente bei Berufsunfähigkeit (als Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung) erhalten nur noch Versicherte, die vor dem 2. Januar 1961 geboren sind (§ 240 SGB VI). Für alle Jüngeren kommt allein die Rente wegen Erwerbsminderung in Betracht. Sie fragt nicht nach dem bisherigen Beruf, sondern danach, wie viele Stunden täglich Sie unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes noch arbeiten können (§ 43 SGB VI). Die private BU knüpft nach § 172 VVG dagegen an den zuletzt ausgeübten Beruf an.
| Frage | Gesetzliche Erwerbsminderungsrente | Private BU |
|---|---|---|
| Maßstab | Jede Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt | Zuletzt ausgeübter Beruf |
| Volle Leistung | Unter 3 Stunden täglich arbeitsfähig | Nach vereinbartem Grad der Berufsunfähigkeit |
| Teilweise Leistung | 3 bis unter 6 Stunden täglich | Nach den Vertragsbedingungen |
| Voraussetzung | 3 Jahre Pflichtbeiträge in den letzten 5 Jahren, allgemeine Wartezeit | Berufsunfähigkeit tritt nach Versicherungsbeginn ein |
| Verweisung | Jede Erwerbstätigkeit zählt | Nur, wenn vertraglich vereinbart |
| Leistungsende | Regelaltersgrenze | Vereinbartes Endalter |
Fragen Sie deshalb bei jedem Angebot, ob der Versicherer Sie auf eine andere Tätigkeit verweisen darf, die Sie aufgrund Ihrer Ausbildung und Fähigkeiten ausüben können und die Ihrer bisherigen Lebensstellung entspricht (Verweisung, § 172 Abs. 3 VVG). Ein Angebot mit dieser Klausel ist mit einem Angebot ohne sie nicht direkt vergleichbar, auch wenn Rente und Laufzeit übereinstimmen.
Beiträge: Sonderausgaben mit Höchstbetrag
Beiträge zu einer selbstständigen BU zählen zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen (§ 10 Abs. 1 Nr. 3a EStG). Zusammen mit den Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen und weiteren Beiträgen dieser Gruppe, etwa zur Haftpflicht- oder Arbeitslosenversicherung, sind sie bis 2.800 Euro im Jahr abziehbar. Bei Steuerpflichtigen, deren Krankenversicherung zum Beispiel durch steuerfreie Arbeitgeberzuschüsse oder Beihilfe mitgetragen wird, liegt die Grenze bei 1.900 Euro (§ 10 Abs. 4 EStG). Übersteigen bereits die Basisbeiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung diesen Höchstbetrag, scheidet ein zusätzlicher Abzug des BU-Beitrags aus (§ 10 Abs. 4 Satz 4 EStG). Rechnen Sie den Monatsbeitrag deshalb zunächst ohne Steuerersparnis.
Rente: Nur der Ertragsanteil ist steuerpflichtig
Die Rente aus einer selbstständigen BU ist steuerlich eine zeitlich begrenzte, sogenannte abgekürzte Leibrente. Steuerpflichtig ist nur ihr Ertragsanteil. Er hängt davon ab, wie viele Jahre die Rente ab Leistungsbeginn längstens gezahlt wird, und steht in der Tabelle des § 55 Abs. 2 EStDV. Die Grafik rechnet das mit der Rentenhöhe von 2.000 Euro im Monat bis 67 aus der Prüfliste des Artikels, also 24.000 Euro im Jahr. Beispiel: Beginnt die Rente mit 57 und endet mit 67, beträgt der Ertragsanteil 12 Prozent; 24.000 × 12 % = 2.880 Euro sind jährlich steuerpflichtig. Wie viel Steuer darauf tatsächlich anfällt, hängt von Ihren übrigen Einkünften ab.
Für den Angebotsvergleich heißt das: Ein späteres Endalter verlängert nicht nur den Schutz, sondern im Leistungsfall auch die Zahl der Jahre, nach der sich der Ertragsanteil richtet. Bei Kombinationen mit einer Renten- oder Basisrentenversicherung oder bei einer BU über den Arbeitgeber können andere steuerliche Regeln gelten. Lassen Sie sich dann erläutern, welche Regel für Ihren Vertrag maßgeblich ist.
Quellen: § 240 SGB VI: Rente bei Berufsunfähigkeit, § 43 SGB VI: Rente wegen Erwerbsminderung, § 172 VVG: Leistung des Versicherers, § 10 EStG: Sonderausgaben, § 55 EStDV: Ertragsanteil abgekürzter Leibrenten
Häufige Fragen
Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung monatlich?
Für Ihre Person gibt erst ein geprüftes Angebot eine belastbare Zahl. Vergleichen Sie keine beworbene Rate mit einem Angebot, das eine andere Rentenhöhe, Laufzeit oder Berufseinstufung verwendet.
Gibt es einen allgemein gültigen Durchschnittsbeitrag?
Ein Durchschnitt kann Ihren individuellen Beitrag nicht vorhersagen. Schon eine andere Tätigkeit, Laufzeit oder Annahmeentscheidung kann das Ergebnis deutlich verändern.
Ist der günstigste Tarif automatisch ungeeignet?
Nein. Er kann passen, wenn Umfang, Annahmebedingungen und langfristige Finanzierbarkeit stimmen. Der Preis allein liefert dafür aber keinen Nachweis.
Berufsunfähigkeit: den nächsten Schritt vorbereiten
Sie möchten ein persönliches Angebot prüfen? Nutzen Sie unsere Anfrage zum Thema. Ein konkretes Angebot und seine Bedingungen werden im weiteren Kontakt geklärt.
Quellen und weiterführende Informationen
- GDV / Die Versicherer: Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung
- Versicherungsvertragsgesetz (VVG) – gesetzliche Grundlagen
Die Rechenbeispiele sind eigene vereinfachte Modellrechnungen mit ausdrücklich angenommenen Werten.


